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Vor rund fünfeinhalbtausend Jahren schuf ein Steinmetz diese kleine anthropomorphe Figur, die in ihrer Abstraktion geradezu modern anmutet: Auf einem an der Schulterpartie leicht abgerundeten rechteckigen Körper sitzt ein kurzer, breiter Hals, der den Kopf in Form einer spitz zulaufenden, liegenden Acht trägt. Übergroße Augen und Augenbrauen nehmen die komplette Gesichtsfläche ein und wiederholen die Form des Kopfes.

Kleinplastiken wie diese brachte eine Grabung in Tell Brak – der wohl ältesten Stadt der Welt – zutage, die der britische Archäologe Max Mellowan, unterstützt durch seine Ehefrau, die berühmte Schriftstellerin Agatha Christie, 1937 durchführte. Die Gemäuer, in denen sie Hunderte von Augenidolen fanden, bezeichneten sie als Augentempel. Mallowan nahm an, dass es sich bei den Weihgaben um Darstellungen der sumerischen Fruchtbarkeitsgöttin Inanna handelte. Eine andere Interpretation sieht in den kleinen Figuren die Anbetenden selbst, die mit weit geöffneten Augen ihre Achtsamkeit gegenüber den Göttern zum Ausdruck bringen.

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Vorderasiatische Kunst

Datierungca. 3500 - 3300 v. Chr.Land/RegionSyrienMaterialQuarzMaße7 x 5,5 x 1 cmShare

Museum Obentraut3

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