Mit dem Begriff Katchina bezeichnen die Hopi-Indianer im Südwesten der USA drei eng miteinander verbundene Aspekte ihrer religiösen und kulturellen Welt. Zum einen handelt es sich um Geistwesen, die Naturphänomene verantworten und durch Zeremonien angerufen werden können. Zum anderen werden auch die Tänzerinnen und Tänzer, die diese Wesen im Ritus darstellen, Katchinas genannt. Und schließlich bekommen Hopi-Kinder kunstvoll geschnitzte Katchina Puppen geschenkt, mit denen sie die Geistwesen und ihre Geschichte kennenlernen sollen.
Die Katchina im Museum Obentraut3 stellt das Schmetterlingsmädchen Polik Mana dar, das im Frühjahr den lebensspendenden Regen in die Wüste bringt und anschließend von Blüte zu Blüte tanzt, um für deren Bestäubung zu sorgen.
Die Figur steht auf einem Sockel und trägt ein traditionelles schwarzes Kleid mit rot-grünen Bordüren sowie ein schlichtes Schultertuch. Ihr Gesicht ist durch eine weiß bemalte, geometrisch verzierte Maske bedeckt, die Stirn schmücken braune Federn. Darüber erhebt sich ein reich gestalteter Kopfaufsatz (Kopatsoki), dessen symmetrische Muster in Türkis, Rot und Ocker als Verweis auf die Ordnung der Natur und die kosmischen Zusammenhänge gelesen werden können.



