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Kräftige Atlanten-Figuren tragen dieses kunstvoll geschnitzte Tempelpaneel aus Südindien, auf dem sich himmlische Dienerinnen, Musikanten, Asketen sowie fantasievolle Mischwesen zwischen Säulen und Tempelfassaden tummeln. Von zentraler Bedeutung sind die elf großen Götterdarstellungen.

Nicht alle davon können eindeutig identifiziert werden – zu überbordend ist das hinduistische Pantheon mit seinen angeblich 300 Millionen Göttern, und zu vielfältig sind die lokalen Mythen und Unterschiede in den Darstellungen. Doch klar ist, dass der Schwerpunkt bei diesem Paneel auf der Gottheit Shiva und ihrer Familie liegt. Der als Zerstörer und Neuschöpfer des Universums verehrte Gott ist erkennbar an dem dritten Auge oder drei horizontalen Aschestreifen auf seiner Stirn, seinem Dreizack, vor allem aber an seinem Begleittier, dem kräftigen und friedfertigen Stier Nandi. Auf diesem thront er auf dem großen Bildfeld unten rechts sowie – gemeinsam mit seiner Gattin Parvati – im Zentrum des Paneels (Abb. 1).

Flankiert wird das göttliche Paar von Shivas Söhnen: dem glücksbringenden Elefantengott Ganesha (Abb. 2) und dem jugendlichen Kriegsgott Skanda (Abb. 3). Dieser wird hier gemeinsam mit zwei weiblichen Figuren auf seinem Begleittier, dem Pfau, dargestellt. Skanda und sein Pfau sind auch im ersten und dritten großen Bildfeld oben zu sehen, wo sie Gott Shiva mit dem Nandi-Bullen zu Füßen rahmen.

Angesichts der Vielzahl von eindeutig mit Shiva verbundenen Szenen ist es sehr wahrscheinlich, dass  dieses Paneel einst den Innenraum eines shivaitischen Tempels oder einen Tempelwagen zierte.

Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3

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Asiatische Kunst

Datierung19. JahrhundertLandIndienMaterialHolzMaße54 x 250 x 9,5 cmShare

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